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Montessori-Gesamtschule Borken

17. September 2015

26 Schüler und Schülerinnen aus der Klasse 10 der Montessori-Gesamtschule Borken brachen im letzten Herbst zur Klassenfahrt ins Kleinwalsertal auf. Ihr gemeinsam einstimmig beschlossenes Vorhaben: in den folgenden acht Tagen in den Bergen zu wandern. Mit dabei auch Daniel, ein "Rollifahrer". Bergwandern und Rollifahrer? Muss das sein? Ja muss, denn eine gemeinsam beschlossene Reise wird auch gemeinsam angegangen.

 

"Das klappt genauso wie die letzten fünf Klassenfahrten. Auch für Daniel word das cool in den Alpen." Ganz so einfach war es aber dann doch nicht. "Da bin ich das 5. Rad am Wagen. Da müssen alle immer wegen mir zurückstecken. Bergwandern und Rollstuhl ist doch bekloppt." (der Rollifahrer). "Stell dich nicht so an. Du hast schließlich auch dafür gestimmt. Dann fahren wir eben alle nicht." (die Mitschüler). In dieses Vorgefühl, vielleicht doch ein unpassendes Ziel gewählt zu haben mischte sich also immer wieder bei der einen oder dem anderen so etwas wie Unsicherheit, sogar Angst. Es erforderte viel an Kommunikation untereinander bis klar war: Jeder kommt mit, keiner bleibt alleine, wenn die Unternehmungen im Gebirge für einzelne nicht zu bewältigen wären.

 

Mit viel Sack und Pack ging es dann los, die meisten Schüler mit der Bahn, einige mit dem Kleinbus. Und Star im Gepäck war der Prototyp einer "Rolli-Sänfte", die in den Alpen auf ihre Belastbarkeit hin und auf die Ergonomie für die "Zugpferde" eines solchen Gefährts getestet werden sollte.

 

Warum sich dann in den folgenden Tagen die anfänglichen Zweifel mehr und mehr völlig in Luft auflösten und aus der Ablehnung echte Begeisterung wurde, erklärt Daniel selbst so: "Am Anfang war jeder Schritt und jede Bewegung ein Schock, weil ich mich ausgeliefert fühlte und solche körperlichen Schaukelbewegungen und Belastungen überhaupt nicht kannte. Aber je mehr wir gelaufen sind, umso stärker ist mein Vertrauen in meine "Zugpferde" gewachsen. So heftig der Aufstieg am Walmendinger Horn zum Gipfelkreuz auf rund 2000 Höhenmeter auch für alle war, dass mich meine Mitschüler da hoch gebracht haben und auch ich diesen tollen Blick genießen konnte, das war unglaublich."

 

Sein Mitschüler Moritz nennt noch einen weiteren Grund: "Anfangs haben wir gedacht, dass wir bescheuert sind, aber je mehr wir unternommen haben, umso mehr haben wir uns auch den täglichen schwierigen Aufgaben gestellt. Wir haben es als sportliche und technische Herausforderung gesehen und unsere Technik beim Ziehen und Schieben von Daniel so verbessert, dass es ab Mitte der Woche richtig Spaß gemacht hat." Die Abstiege waren übrigens jeweils noch erheblich anstrengender als die Aufstiege, weil immer auch rückwärtsgehend abgesichert werden musste. Da bedurfte es schon sechs der Mitschüler, um sicher nach unten zu kommen. Doch auch das hat diese Klasse gemeinsam bewältigt.

 

Und deshalb gehört nun Daniel zu den wenigen "Rollifahrern" - der er ist wahrscheinlich der einzige - die das Walmendinger Horn bis zum Gipfelkreuz auf 1996 m "erstiegen" haben.

Na also! Inklusion - schaffen wir!

Und übrigens: Die aktuelle Klasse 10 ist gerade wieder in den Alpen im Kleinwlasertal, diesmal mit einer schwerstbehinderten Mitschülerin (und mit der "Sänfte").

 

 

 

Gruppe von Jugendlichen beim Wandern, sie tragen einen Mitschüler in einer "Rollisänfte"

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